PRÄVENTIONSBERICHT
Berlin, 20. April 2005
Gemeinsame Presseerklärung
AOK-Bundesverband, Bonn
BKK-Bundesverband, Essen
IKK-Bundesverband, Bergisch Gladbach
See-Krankenkasse, Hamburg
Bundesverband der landwirtschaftlichen Krankenkassen, Kassel
Bundesknappschaft, Bochum
Verband der Angestellten-Krankenkassen e. V., Siegburg
AEV - Arbeiter-Ersatzkassen-Verband e. V., Siegburg
und
Medizinischer Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen e. V., Essen
Krankenkassen haben Präventionsaktivitäten weiter ausgebaut
Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) weitet ihre Aktivitäten in der Prävention und Gesundheitsförderung kontinuierlich aus. Das zeigt die Dokumentation von Leistungen in der Primärprävention und Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF), die die Krankenkassen
für das Jahr 2003 gemeinsam mit dem MDS am 20. April in Berlin vorlegten. Damit wird zugleich deutlich, dass wesentliche Teile des geplanten Präventionsgesetzes in die falsche Richtung gehen. Nach Ansicht der Spitzenverbände bergen die finanziellen Regelungen des
Gesetzentwurfes die Gefahr, dass gute und schon laufende Präventionsmaßnahmen möglicherweise aufgegeben werden müssen.
Im Vergleich zur ersten Dokumentation für das Jahr 2001 haben die gesetzlichen Krankenkassen ihre Projekte zur Betrieblichen Gesundheitsförderung nahezu verdoppelt, die Projekte in nichtbetrieblichen Lebenswelten („Settingansatz“) sogar mehr als vervierfacht. Mit beinahe 3.000 Projekten zu diesen beiden Ansätzen erreichten die Krankenkassen mindestens 1,1 Millionen Menschen. Auch die Zahl der Versicherten, die primärpräventive Kurs- und Seminarangebote („Individueller Ansatz“) in Anspruch genommen haben, ist gegenüber der Ersterhebung um gut die Hälfte von rund 352.000 auf rund 542.000 Kursbesucher angestiegen.
Dieser deutliche Zuwachs an Präventionsaktivitäten spiegelt sich auch in der Finanzentwicklung der gesetzlichen Krankenkassen wider. Die Gesamtausgaben der GKV für Primärprävention und BGF stiegen im Jahr 2003 auf 113,5 Millionen Euro an. Im Jahr davor lagen die Ausgaben bei 88,2 Millionen Euro. Die Dokumentation macht die jährlichen Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen in der Primärprävention und Betrieblichen Gesundheitsförderung transparent. Dazu haben sich die Krankenkassen freiwillig selbst verpflichtet.
Wesentliche Aussagen der Dokumentation 2003
Der Präventionsbericht 2003 belegt, dass die Krankenkassen maßgeblich dazu beitragen, die Gesundheitschancen breiter Bevölkerungsschichten zu verbessern. Erfahrungsgemäß nutzen Menschen aus sozial benachteiligten Bevölkerungsschichten individuelle Präventionsangebote, wie z. B. Ernährungsberatungskurse, relativ selten. Diese Gruppen können besser über so genannte Setting- Ansätze in ihren konkreten Lebensumwelten wie Schule, Verein, Stadtteil oder Betrieb erreicht werden.
Die Krankenkassen haben im Jahr 2003 ihre Aktivitäten in nichtbetrieblichen Settings wiederum ausgebaut und sich dabei insbesondere auf die Settings „Schule“ und „Berufsschule“ konzentriert. Im Setting „Schule“ können Kinder und Jugendliche aus allen sozialen Schichten erreicht werden. Deshalb ist die Schule für Präventionsinterventionen besonders gut geeignet.
Prävention kann sich auf die Veränderung der gesundheitlichen Rahmenbedingungen (Verhältnisse) und auf die Veränderung des Verhaltens beziehen. Den nachhaltigsten Erfolg versprechen Präventionsangebote, wenn sie auf beide Aspekte ausgerichtet sind. Dies war bei der Hälfte aller Projekte in nichtbetrieblichen Settings der Fall. Inhaltlich ging es dabei vorwiegend um die Bereiche Bewegung und Ernährung. Meist wurden mindestens zwei Themenfelder gleichzeitig angesprochen. Mehr als 50 Prozent der Projekte dauerten länger als ein Jahr.
Betriebliche Gesundheitsförderung führten die Krankenkassen auch im Jahr 2003 mehrheitlich im verarbeitenden Gewerbe durch, jedoch mit leicht abnehmender Tendenz im Vergleich zu den Vorjahren. Zugenommen haben hingegen Aktivitäten im Dienstleistungssektor und im Handel. Ausgeweitet haben die Krankenkassen ihre Aktivitäten im Berichtszeitraum besonders in Kleinbetrieben. Insgesamt ging es in der Betrieblichen Gesundheitsförderung vor allem darum, körperliche Belastungen am Arbeitsplatz zu reduzieren. Auch bestand eine große Nachfrage der Betriebe an Angeboten zur gesundheitsgerechten Mitarbeiterführung und zum Stressmanagement. Mehr als die Hälfte aller Maßnahmen dauerten länger als ein Jahr.
Kursangebote nach dem individuellen Ansatz haben in 2003 vorwiegend Frauen und Versicherte im Alter von 30 bis 59 Jahren in Anspruch genommen. Inhaltlich standen Bewegungs- und Ernährungsangebote im Vordergrund.
Durch das Engagement der Krankenkassen konnten in 2003 insgesamt rund 1,7 Millionen Menschen erreicht werden. Für die Gesetzliche Krankenversicherung ein Beleg, dass sie mit ihren Aktivitäten in der Primärprävention und Betrieblichen Gesundheitsförderung auf dem richtigen Weg ist. Prävention als gesamtgesellschaftliche Aufgabe erfordert darüber hinaus aber auch das Engagement der anderen verantwortlichen Akteure.
In der rechten Spalte können Sie den
Dokumentationsbericht 2003
sowie
das Statement des MDS-Geschäftsführer Dr. Peter Pick und
das Statement des Vorstandsvorsitzender IKK-Bundesverband Rolf Stuppardt
als PDF-Datei downloaden.
» Präventionsbericht 2003 als PDF-Datei (2,65 MB)
» Statement Dr. Pick als PDF-Datei (0,04 MB)
» Statement Stuppardt als PDF-Datei (0,03 MB)