PRÄVENTIONSBERICHT
Berlin, 26. Mai 2004
Gemeinsame Presseerklärung
Medizinischer Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen e.V., Essen
AOK-Bundesverband, Bonn
BKK Bundesverband, Essen
IKK-Bundesverband, Bergisch Gladbach
See-Krankenkasse, Hamburg
Bundesverband der landwirtschaftlichen Krankenkassen, Kassel
Bundesknappschaft, Bochum
Verband der Angestellten-Krankenkassen e. V., Siegburg
AEV - Arbeiter-Ersatzkassen-Verband e. V., Siegburg
Medizinischer Dienst der Spitzenverbände erstellt umfangreiche Dokumentation
Die Spitzenverbände der Gesetzlichen Krankenkassen haben ihren zweiten Präventionsbericht vorgelegt. Darin sind die Aktivitäten der gesetzlichen Krankenkassen in der Primärprävention und in der Betrieblichen Gesundheitsförderung dokumentiert. Ziel des Berichtes, den der Mediziniche Dienst im Auftrag der Krankenkassen erstellt, ist es, bestehende Aktivitäten und Potenziale in der Prävention und Gesundheitsförderung aufzuzeigen und zur Qualitätssicherung von Maßnahmen der Primärprävention und Gesundheitsförderung beizutragen.
Mit dem Bericht wird die Diskussion um ein Präventionsgesetz auf ein solides Fundament gestellt. Die Ergebnisse sind Beleg dafür, dass die qualitätsgesicherten Maßnahmen für die Versicherten ausgebaut und durch ein künftiges Präventionsgesetz keinesfalls geschmälert werden dürfen. Bisherige Erkenntnisse und Erfahrungen in der Förderung insbesondere von Setting-Projekten im außerbetrieblichen Bereich zeigen, dass die Spitzenverbände mit ihrem Vorschlag, in Ergänzung zu den bestehenden individuellen und betrieblichen Präventionsmaßnahmen eine Stiftung Prävention zu errichten, auf dem richtigen Weg sind.
Der Bericht belegt, dass die Krankenkassen entscheidend dazu beitragen, die Gesundheits-chancen breiter Bevölkerungsschichten zu verbessern. Erfahrungsgemäß sind Versicherte, gerade sozial Benachteiligte, vor allem dann zu erreichen, wenn gesundheitsfördernde Maß-nahmen niedrigschwellig und direkt in ihrem Lebensumfeld, wie im Betrieb oder in der Schule angeboten werden.
Im Jahr 2002 nahmen 529.000 Versicherte an den verschiedenen Maßnahmen in diesem Bereich teil. Die meisten Aktivitäten - vorwiegend Ernährungs- und Bewegungsprojekte - fanden in Schulen statt (55%). Insbesondere die Schule erreicht Kinder und Jugendliche aus allen sozialen Schichten und ist deshalb für Präventionsinterventionen besonders geeignet. Häufiger als im Vorjahr realisierten die Krankenkassen ihre Projekte zusammen mit externen Kooperations-partnern wie Unfallversicherungen oder Vereinen. Dies entspricht dem Gedanken der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung von Primärprävention.
Knapp die Hälfte der Unternehmen, die die unterschiedlichen Angebote der Kassen in den Be-trieben genutzt haben, kamen aus dem verarbeitenden Gewerbe. In der Hauptsache wurden Maßnahmen abgerufen, die auf die Reduzierung von körperlichen Belastungen am Arbeitsplatz ausgelegt waren. Eine große Nachfrage besteht an Angeboten zur gesundheitsgerechten Mitarbeiterführung, Gemeinschaftsverpflegung und zum Stressmanagement. Ein Großteil dieser Maßnahmen ist langfristig angelegt. Sie kamen auch häufig durch außerbetriebliche Kooperatio-nen zustande. Ungefähr 515.000 Menschen in Betrieben konnten hierdurch erreicht werden.
Erstmals dokumentiert ist die Inanspruchnahme von Kurs- und Seminarangeboten durch die Versicherten. Über 350.000 Versicherte nahmen 2002 an Präventionskursen teil. Deutlich im Vordergrund (60%) standen Angebote aus dem Bereich 'Bewegung', die vor allem der Stärkung des Muskel-Skelett-Systems und der Förderung des Herz-Kreislauf-Systems dienten, gefolgt von Ernährungskursen (24 %), bei denen im Wesentlichen die Vermeidung von Mangel- und Fehlernährung und die Verringerung von Übergewicht thematisiert wurde. Etwa drei Viertel der Teilnehmer waren Frauen, junge Menschen nahmen die Angebote eher selten wahr. Rege Besucher waren Versicherte zwischen 30 und 59 Jahren.
Die gesetzlichen Krankenkassen haben im Jahr 2002 für über 80 Millionen Euro Maßnahmen in der Prävention und der Betrieblichen Gesundheitsförderung durchgeführt. Im Jahr 2003 ist der Anteil um fast 40 % auf mittlerweile über 115 Millionen Euro gestiegen.
In der rechten Spalte können Sie den Dokumentationsbericht 2002 sowie den Tabellenband als PDF-Datei downloaden.
» Präventionsbericht 2002 als PDF-Datei (0,64 MB)