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Kompass

Methodik der EbM

EbM ist die Abkürzung für „evidence-based medicine“ oder in deutscher Übersetzung für „evidenzbasierte Medizin“. Der Begriff „Evidenz“ bedeutet hier soviel wie "Beleg" oder "Indiz". Als „evidence-based“ oder eben "evidenzbasiert" werden medizinische Entscheidungen dann bezeichnet, wenn sie sich auf die Ergebnisse (also „Belege“) aus wissenschaftlicher Forschung, meistens in Form von klinischen Studien, erkennbar stützen.


Was will EbM?

Evidenzbasierte Medizin soll helfen, die bestmögliche Behandlung eines Patienten sicherzustellen. Bestmöglich heißt, dass die eingesetzten Diagnoseverfahren und/oder Therapien dem aktuellen Wissensstand entsprechen und dem Patienten auch tatsächlich nützen sollen. Darüber hinaus sollen bei allen medizinischen Entscheidungen stets die individuellen Wünsche des Patienten einbezogen werden. Diese Vorgehensweise macht die evidenzbasierte Medizin zu einem stark am Patienten orientierten Konzept.


Wozu führt die Anwendung der EbM?

Durch die Anwendung der EbM will man eine Unter-, Über- oder Fehlversorgung eines Patienten vermeiden oder, falls eine solche unangemessene Versorgung schon vorliegt, beseitigen. Die Anwendung der EbM muss dabei nicht bedeuten, dass der Patient noch mehr diagnostische Verfahren oder Behandlungen erhält – vielmehr kann und soll EbM auch dazu führen, dass auf nutzlose oder sogar schädliche Anwendungen verzichtet wird, bzw. sie dem Patienten nicht länger zugemutet werden müssen.


Wie funktioniert EbM?

Für die Bewertung von einzelnen Therapie- bzw. Diagnoseverfahren greift die evidenzbasierte Medizin auf Kriterien zurück, die im Bereich der medizinischen Biometrie und der klinischen Epidemiologie in den letzten Jahrzehnten entwickelt worden sind und die heute als wissenschaftlicher Standard bezeichnet werden können.

Das Vorgehen gliedert sich hierbei in fünf Schritte:

1. Fragestellung: Übersetzung des klinischen Problems in eine beantwortbare Frage
2. Literaturrecherche: Suche nach relevanter Literatur und zuverlässiger externer Evidenz
3. Evidenzbewertung: Beurteilung der relevanten Literatur bezüglich Validität/Brauchbarkeit
4. Umsetzung: Anwendung der ausgewählten und bewerteten Evidenz beim individuellen Fall
5. Evaluation: Bewertung der eigenen Leistung und eventuell Anpassung der Vorgehensweise

Die EbM beschäftigt sich also nicht mit der Durchführung von Studien selbst, sondern sie analysiert und bewertet vorrangig bereits vorhandene klinische Studien und deren Ergebnisse. Die Bewertung der Studienkonzepte ist dabei von zentraler Bedeutung, denn von der Qualität der Konzepte hängt die Aussagekraft der Ergebnisse und hiervon ihr Einfluss auf die medizinische Praxis ab. Ausgangspunkt der Studienbewertung ist eine systematische Literaturrecherche. Hierbei kommt es darauf an, die Datensituation möglichst umfassend und vollständig zu erfassen, um schon in diesem ersten Schritt Fehler durch eine unvollständige und einseitige Heranziehung von Daten zu vermeiden.

Sowohl die Suche, die Bewertung als auch Interpretation der Quellen sollten dabei nachvollziehbar und im wissenschaftlichen Sinne reproduzierbar sein. Denn einer der wichtigsten Ansprüche evidenzbasierter Medizin ist die Transparenz über das Vorgehen bei der Entscheidungsfindung.


EbM beim MDS

Auch der MDS bewertet Untersuchungs- und Behandlungsmethoden nach den oben beschriebenen Kriterien und trägt durch eigene methodische Publikationen dazu bei, die Methodik der evidenzbasierten Medizin weiterzuentwickeln. Einige dieser Beiträge sowie Links zu weiteren interessanten Internetseiten, die sich mit dem Thema „Evidenzbasierte Medizin“ befassen, finden Sie in der rechten Spalte.

Ihre Ansprechpartnerin

Dr. Sandra Janatzek

Fachgebietsleiterin EbM-Methodik

s.janatzek@mds-ev.com

Eine Studie - was ist das?

Kurzinformation über die Grundlagen klinischer Studien

» Grundlagen klinischer Studien (0,36 MB)

"Kritische Evaluation ist ein Wesensmerkmal ärztlichen Handelns"

Artikel von Prof. Dr.   J. Windeler, et al. in "Deutsches Ärzteblatt" (März 2008)

» als PDF-Datei (0,19 MB)

Gutachten den MDS zu Subgruppen-analysen

» als PDF-Datei (0,71 MB)

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin (DNEbM)

» zur Internetseite des DNEbM

Deutsches Cochrane Zentrum

» zur Internetseite


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