http://www.mds-ev.de/1781.htm
Essen, 13. März 2003
Gemeinsame Presseerklärung
Medizinischer Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen e. V., Essen
AOK-Bundesverband, Bonn
BKK-Bundesverband, Essen
IKK-Bundesverband, Bergisch Gladbach
See-Krankenkasse, Hamburg
Bundesverband der landwirtschaftlichen Krankenkassen, Kassel
Bundesknappschaft, Bochum
Verband der Angestellten-Krankenkassen e. V., Siegburg
AEV - Arbeiter-Ersatzkassen-Verband e. V., Siegburg
Medizinischer Dienst der Spitzenverbände erstellt umfassende Dokumentation über Aktivitäten im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung
Die Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen haben ihren ersten bundesweiten Präventionsbericht vorgelegt. Damit dokumentieren sie die Aktivitäten der gesetzlichen Krankenkassen in der Prävention und der betrieblichen Gesundheitsförderung. Ziel ist es, dazu beizutragen, die Prävention und die Gesundheitsförderung umfassend und qualitätsgesichert im Leistungsspektrum in der gesetzlichen Krankenversicherung zu verankern und mehr Transparenz über das Leistungsgeschehen zu schaffen.
Der Bericht belegt, dass die Krankenkassen entscheidend dazu beitragen, die Gesundheits-chancen breiter Bevölkerungsschichten zu verbessern. Diese Gruppe ist erfahrungsgemäß vor allem dann zu erreichen, wenn gesundheitsfördernde Maßnahmen direkt in deren Lebensumfeld wie im Betrieb oder in der Schule angeboten werden. Als Schwerpunkt sind mit Abstand produzierende Betriebe und Berufsschulen zu nennen.
In dem vom Medizinischen Dienst der Spitzenverbände (MDS) im Auftrag der gesetzlichen Krankenkassen erstellten Bericht werden also Maßnahmen in der betrieblichen Gesundheits-förderung und in außerbetrieblichen Lebensumfeldern wie Kindergärten, Schulen, Vereinen oder Stadtteilen, dokumentiert. Diese Angebote zielen darauf, das Verhalten und/oder die Lebensverhältnisse der Teilnehmer positiv zu verändern und sie für ein gesundheitsbewussteres Verhalten zu gewinnen.
In der Dokumentation werden insgesamt 1.436 Projekte ausgewertet, die die Krankenkassen im Jahr 2001 angeboten haben. Der Bericht stellt die Zielgruppen der Arbeit dar, zeigt Koope-rationen der Kassen mit anderen Partnern auf und macht deutlich, wie die Qualität von Präventionsmaßnahmen und Gesundheitsförderung gemessen werden kann.
Den Schwerpunkt der Arbeit bildet die betriebliche Gesundheitsförderung. Etwa die Hälfte der insgesamt rund 1200 Unternehmen, die die unterschiedlichen Angebote der Kassen genutzt haben, kamen allein aus dem verarbeitenden Gewerbe. In der Hauptsache wurden Angebote für Mitarbeiter/innen in der Produktion abgerufen, mit dem Ziel körperliche Belastungen am Arbeitsplatz zu reduzieren. Dieser Bereich ist mit 64,1 % mit Abstand der größte, gefolgt von gesundheitsgerechter Mitarbeiterführung (24.1 %) und Stressmanagement (24%). Die Dokumentation zeigt zudem, dass es sich gerade in der betrieblichen Gesundheitsförderung um langfristig angelegte Projekte handelt, von denen sich die Kassen eine nachhaltige Wirkung versprechen.
Bei den 247 nichtbetrieblichen Projekten waren vorwiegend Ernährungs- und Bewegungsan-gebote der Kassen gefragt. Insbesondere Schulen, mit knapp 25 % am häufigsten Berufs-schulen, nutzten das Präventions-Know-How der Kassen. Gerade die Schule ist besonders geeignet, da dort Kinder und Jugendliche, egal aus welcher sozialen Schicht, erreicht werden können. Breite Bevölkerungsschichten wurden denn auch in Grundschulen (22 %) und Vereinen (21 %) erreicht.
Das Gesundheitsreformgesetz 2000 hat den Handlungsrahmen der Krankenkassen in der Prävention und Gesundheitsförderung erweitert. Die Krankenkassen haben daraufhin ihr einheitliches Vorgehen und prioritäre Handlungsfelder in diesem Bereich verbindlich festgelegt. Mit der nun vorliegenden Dokumentation leisten sie einen weiteren Beitrag zur Qualitätssicherung in der Gesundheitsförderung. Zudem ist vorgesehen, die Maßnahmen gezielt unter Erfolgsaspekten zu untersuchen.
Der Bericht 2001 ist nur ein Anfang. Zur Zeit laufen die Vorbereitungen für die Dokumentation 2002. Novum dieses Berichts: Neben den zielgruppenspezifischen Aktivitäten werden erstmals auch die Leistungen der Kassen für einzelne Versicherte abgebildet. Dabei sollen die vielfältigen primärpräventiven Kurse und Gruppenberatungen in den Bereichen Bewegung, Ernährung, Stressbewältigung sowie Genuss- und Suchtmittelkonsum dokumentiert werden.
In der rechten Spalte können Sie den Präventionsbericht 2001 sowie den dazugehörigen Tabellenband als PDF-Datei downloaden.
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» Präventionsbericht 2001 als PDF-Datei (0,64 MB)
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» Präventionsbericht 2001 Tabellenband als PDF-Datei (0,43 MB)