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Produktversagen

Jedes technische Produkt hat nur eine begrenzte Nutzungsdauer. Normalerweise informiert der behandelnde Arzt den Patienten darüber, wie lange ein Herzschrittmacher oder eine Hüftendoprothese voraussichtlich halten wird. Kommt es jedoch unvermutet zu einem Versagen, so wird das Implantat gewechselt.

Dies gilt auch für den Fall einer Rückrufaktion: Wenn ein Hersteller seine Produkte – auch die implantierten – zurückruft, wird der Patient durch seinen Arzt zu einer Untersuchung aufgefordert. Nach der Untersuchung ist zu entscheiden, ob eine Wechseloperation notwendig ist.

In solchen Fällen kann der MDS helfen, die Ursachen für das Produktversagen durch Gutachter feststellen zu lassen und zu klären, ob ein Produktfehler oder ein Behandlungsfehler die Ursache ist. Voraussetzung ist  ein entsprechender Begutachtungsauftrag durch eine Krankenkasse.

 

Technische Prüfung im Einzelfall

Wenn ein Implantat gewechselt werden muss und ein Produktschaden als Ursache vermutet wird, dann sollten Sie als Versicherter - nach Rücksprache mit Ihrer Krankenkasse - die Herausgabe des explantierten Produktes verlangen. Nach allgemein geltender Rechtsauffassung haben Sie einen Anspruch auf die Aushändigung des Produktes - Sie sind der Eigentümer. Die Krankenkasse kann dann den Medizinischen Dienst mit einer Begutachtung beauftragen.

Die teure Untersuchung und das Gutachten brauchen Sie nicht zu bezahlen. Sie haben allerdings keinen generellen Anspruch auf eine kostenlose Prüfung: Dann zum Beispiel nicht, wenn aus Sicht der Prüfer kein Erkenntnisgewinn zu erwarten ist. Entscheidend ist oft die lückenlose Dokumentation. Helfen Sie mit bei der Zusammenstellung der Unterlagen, indem Sie Ihre Unterlagen (Implantatepass, Arztbriefe, Gebrauchsanleitungen u.ä.) aufheben und ggf. aktualisieren lassen.

Sofern die Erkenntnisse aus solchen Einzelprüfungen auch für die Sicherheit anderer Patienten von Bedeutung sind, informiert der MDS den GKV-Spitzenverband und die Kassenverbände auf Bundesebene sowie die zuständigen Behörden über den Sachverhalt (natürlich ohne Namensnennung des Patienten).

 

Ihr Ansprechpartner

Dr. Ravi Pazhur
Fachgebietsleiter
Medizinprodukte

ravi.pazhur@mds-ev.com

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